Lernstrategien

Lernen lernen (Update 6.9.09)

BuecherEin Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.
(Hermann Hesse)

 

Ich habe heute meine Lernunterlagen zu Sozialpsychologie unter meinem Lerntagebuch archiviert und zum Download zur Verfügung gestellt – Zusammenschriften aus Musterlösungen der Studienbriefe, Folien der Onlinevorlesungen, eigenen Notizen, Zusammenfassungen aus Beates Blog (eine Seite die sich lohnt – nicht nur für Psychologiestudenten) und Hördateien mit Definitionen aus dem zweiten Einführungskurs (HIER KLICKEN).

UPDATE 04.09. NEU: Zusammenschrift der 22 Texte/Studien auf Lernrelevantes.

UPDATE 05.09. NEU: Das Ganze zum Anhören

UPDATE 06.09. NEU: Soziologie Lernschwerpunkte als MP3s

Lerntechniken:

Mittlerweile mit dem vierten Semester fast durch, und ein halbes Jahr von der Bachelorarbeit stehend, habe ich DIE Lerntechnik immer noch nicht gefunden. Mehr noch, ich glaube, es gibt sie gar nicht.

Ich habe viele unterschiedliche Sachen ausprobiert – und fast jede davon hat auch funktioniert und mich ein bisschen weiter gebracht. Heute möchte ich hier einfach mal kurz ein Zwischen-Resumée ziehen (denn ich bin mit Ausprobieren ja noch lange nicht fertig 😉 )

Gleich vorweg: Eine oft empfohlene Technik hat bei mir gar nicht funktioniert: Die des „Zusammenfassungen der Studienbriefe schreiben“. Ich habe es mir oft vorgenommen, oft auch mal damit angefangen und immer wieder frustriert abgebrochen, weil es mich einfach nur genervt hat und mir viel zu zeitaufwändig um umfangreich war. Was ich als Alternative getan und über alle Semester beibehalten habe, war mir Lernkarten zu schreiben, mit denen ich die letzten Wochen (Tage ;-)) vor den Klausuren dann „gepaukt“ habe. Also eine extrem knappe Form einer „Zusammenfassung“, die sich sowohl auf mir (für die Zukunft) wichtige Inhalte als natürlich auch auf klausurrelevante Inhalte begrenzt hat.

Zuvor lese ich die Studenbriefe meist in einem Rutsch durch – markiere dabei schon Definitionen und wichtige Stellen, mache mir Notizen mit Bleistift und suche mir zu „Unverständlichem“ (ja 🙂 gibt es in den Studienbriefen auch mal…) Hilfe im Internet oder Zusatzliteratur.

Zusatzliteratur ist so ein Thema für sich. Viele schreiben ja, dass ihnen die Zeit dafür fehlt und die Inhalte der Studienbriefe für die Klausuren reichen. Mir ist es immer leichter gefallen zu studieren, wenn ich verschiedene Blickwinkel, Meinungen und auch „Schreibweisen“ zu den Themen vergleichen kann. Was ich so erarbeitet habe, das vergesse ich auch nicht so schnell. Und da ich ja nicht nur studiere um Klausuren schnell „abzuhaken“ bin ich damit auch viel zufriedener und habe langfristig mehr Spaß am Lernen. Gerade auch für die Hausarbeiten, die in den späteren Semestern (glücklicherweise ;-)) die Klausuren ersetzten, ist es sehr sinnvoll, sich früh mit Lesetechniken und dem Recherchieren und Erabeiten von Zusatzliteratur zu beschäftigen.

Neu für mich ist dieses Semester die Kombination von Lesen/Hören/Sehen :-). Inspiriert von der Moodle Umgebung zu 2C, wo erstmals (für mich) eine Reihe von Onlinevorlesungen angeboten werden, habe ich diesmal eine aufwändigere Form der Erarbeitung gewählt. Ich habe mir über Luhmannszettelkasten Zusammenfassungen aus Musterübungen und Folien zu den Vorlesungen erstellt. Die Definitionen der Studienbriefe habe ich in Phase6 eingegeben und mir zusätzlich über ein Diktiergerät aufgesprochen, so dass ich morgens beim Laufen die akustische Wiederholung habe.

Über den Erfolg werde ich dann Ende des Jahres berichten, wenn ich die Klausurergebnisse habe 🙂

Wie haltet Ihr es mit Lerntechniken?? Habt Ihr für Euch DIE Technik gefunden – oder variiert ihr auch gerne?? Wir könnten hier doch einen Fundus für Lerntechniken und effiziente Klaursurvorbereitung anlegen und über die Erfahrungen berichten?

Ich bin gespannt auf Eure Tips und Berichte

8 Kommentare

  • Eva

    Hallo Sabine,
    ich kann dich gut verstehen. Ich wechsel meine Lerntechniken ständig. Es kommt immer ganz auf die Thematik an, welche ich mir erarbeite.
    Aber sie unterscheiden sich doch sehr.
    Im Allgemeinen lese ich die Studienbriefe nicht zuerst durch, weil ich gemerkt habe, dass ich nachher meist keine Lust mehr habe es nochmal zu lesen, was ich doch schon gelesen habe. (ich konnte auch noch nie Bücher zweimal lesen, nur einige wenige, ansonsten fand ich sie langweilig und hab sie schnell aus der Hand gelegt.) Es wird zwar immer empfohlen, ist aber nicht meins.
    Meist les ich Kapitel für Kapitel und fass schon grob am Rand des Skriptes zusammen. Wenn der Studienbrief durch ist, werden die schriftlichen Randnotizen abgetippt und im PC gespeichert. Dann kommt erstmal der nächste Studienbrief dran (so mach ich es grad in 1 B – 1 A war anders: Zusammenfassung – Lernkarten mitm PC – Lernkarten mit der Hand)
    Im ersten Semester hab ich mir Karteikarten mit der Hand zum Schluss geschrieben, dass werd ich dieses Semester nicht machen – es ergibt für mich keinen Sinn. Ich werd jetzt nur noch kurze Zusammenfassungen / Stichpunkte schreiben und in den letzten 2 Wochen Aufgaben lösen, um dort Sicherheit zu erlangen.

    Ich habe es ausprobiert mit dem Einsprechen von Inhalten, aber da ist mir die richtige Technik noch nicht zu eigen geworden und irgendwie ist es nicht meins die Inhalte zu hören – ich mag auch keine Hörbücher! Vielleicht mag es daran liegen.

    Lernen lernen – ja davor hatte ich vor Studiumsbeginn doch recht große Angst, ob ich es schaffe eigenständig mir die Inhalte zu erarbeiten und dann auch noch zu behalten nach 5 Jahren Pause mit „nur“ Kinderbetreuung und Haushalt zu Hause. Und vor allem: In der Schule war ich eine der Glücklichen, die nicht besonders pauken musste, um gute Noten zuschreiben und auswendiglernen konnte ich noch nie. Aber es klappt und ich bin guten Mutes, dass Studium durchzuhalten. Es macht einfach riesig Spaß.

    Bin mir auch gar nicht sicher, ob ich meine Abitur aufm 2. Bildungsweg gemacht hab – da kannst du mir bestimmt weiterhelfen.
    Also erst hab ich die Höhere Handelsschule 2 Jahre besucht, dann eine Ausbildung zur Industriekauffrau erfolgreich absolviert und im Anschluss bin ich dann in die FOS 13 gegangen und habe innerhalb eines Jahres, oder besser innerhalb von 9 Monaten, meine Abitur gemacht. Ach ja, dies war am Wirtschaftskolleg mit den Fächern: Deutsch, Englisch, Mathe und BWL und für meine Glück: Alles schriftliche Abschlussklausuren und nur bei Notenunterschied: mündliche Prüfungen – ich mag die nicht, von mir aus kann es nur Klausuren geben.
    Bin aber auch schon gespannt auf die Hausarbeiten, denn so etwas habe ich noch nie geschrieben, nicht mal eine Facharbeit wie es hier NRW an Gymnasien mittlerweile der Fall ist.

    Lieben Gruß
    Eva

  • Sabine

    ZItat: »Im Allgemeinen lese ich die Studienbriefe nicht zuerst durch, weil ich gemerkt habe, dass ich nachher meist keine Lust mehr habe es nochmal zu lesen«
    Das versteh ich, deshalb finde ich auch Klausurlernen so nervig und liebe es Hausarbeiten zu schreiben!
    Und Hörbücher sind auch nicht so mein Fall, ich habe lieber ein Buch in der Hand. Bei »nur« Hören habe ich immer das Gefühl, ich müsste noch was anderes tun – und da ich auch kein Haushaltfan bin bügle oder putze ich nie lang genug, dass sich das lohnen würde 🙂

    Aber das Anhören beim Walken funktioniert super und ich hab auch den Eindruck dass da gut was hängen bleibt.

    Das mit dem Lernen lernen scheinst Du ja gut hinzubekommen – ich finde es immer faszinierend, wie viel besser auch dort Flexibilität funktioniert, im Gegensatz zu »stur nach Schema F« , immer wieder Neues ausprobieren, wechseln, ergänzen usw.

    Zu Deiner Frage: Ja, das ist schon zweiter Bildungsweg – denn Du hast ja nicht bis zum Abi „am Stück“ gemacht, sondern erst eine Ausbildung und dann eben „auf dem zweiten Weg“ – der geht über viele verschiedene Arten, wie Externenabi, FOS, BOS etc.

    Ich würde mich sehr freuen, wenn Du darüber mal ausführlicher etwas schreiben könntest, wie das so läuft an der BOS, wieso Du Dich für diesen Weg entschieden hast, was da gut, was weniger gut war… – wäre super!

    Liebe Grüße
    Sabine

  • Eva

    Ok, hab grad eh keine Lust zum Lernen, also mal für euch mein Weg zum ABitur und zum Fernstudium.
    Also zuerst hab ich die Realschule der nächstgelegenen Stadt besucht, die ich dann mit dem Quali für das Gymnasium abgeschlossen habe. Ich wollte aber nicht ans Gymnasium – zum einen, weil ich kein 3er Abi machen wollte, das mich wahrscheinlich nicht weitergebracht hätte und zum anderen, weil ich mir selbst nicht zutraute zu studieren, denn eigenständiges Lernen und Auswendiglernen ist nicht meins und musste ich bis dato eigentlich auch nicht.
    Also hab ich mich am Berufskolleg für Wirtschaft für die 2jährige Höhere Handelsschule angemeldet. Bei meinem Entschluss bin ich geblieben trotz einiger Anrufe vom Berufskolleg, ob ich nicht doch lieber in ihrem Institut das Wirtschaftsabitur machen möchte. Nach der HöHa wusste ich eigentlich nicht genau was ich machen wollte, da meine Interessen sehr vielfältig waren und immer noch sind. Meine Berufsberaterin riet mir eine Ausbildung zur Industriekauffrau anzustreben und witziger Weise stellt mich ihr Mann dann als Auszubildende ein. Der Betrieb war relativ klein, obwohl er zu einem großen Konzern gehörte. Da die Baubranche aber sehr schwächelte, war für mich keine Zukunft in dem Betrieb absehbar und ich entschloss mich schon früh das Abitur zu machen, wobei meine Berufsschullehrer nicht unbeteiligt waren, sie versuchten gerade an ihrer Schule eine FOS 13 anzubieten. Leider wurde nichts daraus, aber ich kam schließlich in Bielefeld unter.
    FOS 13 bedeutet, dass man bereits die Fachhochschulreife inne hat und dann praktisch das letzte 13. Jahr bis zum Abitur nach der Ausbildung belegt. Ich bin nach Bielefeld gezogen und habe dort dann 9 Monate lang das Abitur „nachgeholt“.
    Dabei muss man beachten, dass die Fächer vorgeschrieben sind: D. h. Mathe, Englisch, Deutsch und BWL mit Rechnungswesen gehören zu den Hauptfächern, in denen man später dann die Abschluss-/Abiklausuren schreibt. Die mündliche Prüfung „drohte“ nur bei einem 2 Notenunterschied – also anders wie beim normalen Abitur gibt es keine Punkte, sondern ganz normale Noten.

    Ob ich es schwer fand? Nein, eigentlich nicht. Bin eher der Meinung, dass mir das Abitur fast geschenkt wurde, die Unterrichtsinhalte unterschieden sich nur gering von denen der Höheren Handelsschule und die Anforderungen waren m. E. nicht sehr hoch. Besonders in Mathe hatte ich immer das Gefühl nicht mit den „normalen“ Abturienten mithalten zu können.

    Nach dem erfolgreichem Abitur habe ich mich für Wirtschaftspädagogik und Mathematik auf Lehramt Sekundarstufe II in Dortmund eingeschrieben. „Leider“ musste ich mich wieder exmatrikulieren, weil meine Tochter „unterwegs“ war. Nach ihrer Geburt hatte ich den Entschluss gefasst auf jeden Fall noch zu studieren. Doch hier auf Land ist das nicht so einfach. Von meinem Vater hatte ich schon mehrfach von der Fernuni Hagen gehört (ist kein Akademiker, aber Arbeiter an der FH Hagen-Iserlohn). Ich hatte mcihs chon informiert welche Studiengänge 2005 angeboten wurden, aber es interessierte mich keiner sonderlich und leider konnte ich mir das Studium finanziell auch nicht leisten.

    Nach der Geburt meines Sohnes hatte ich zuhause sein und „nur “ tausende Ehrenämter bedienen satt und hab erneut mich auf die Fernuni – Webseiten begeben. Las vom Studiengang Bildungswissenschaften und hab mich direkt eingeschrieben – mit der Hoffnung vielleicht doch nochmal an der Berufsschule zu landen.

    Mittlerweile ändern sich meine Ziele etwas, aber ein konkretes hab ich nur vage. Noch bin ich sehr offen. Jetzt kommt mir meine Vielseitigkeit zu Gute, weil ich viele Möglichkeiten habe. Aber sie wird bestimmt bald wieder zur Last, weil ich mich entscheiden muss und vorallem nicht für, sondern GEGEN etwas. Fällt mir immer etwas schwer, ich mach halt vieles sehr gerne.

    So, soll jetzt erstmal genug sein. Muss weitermachen.
    Schönen Gruß
    Eva

  • Sabine

    Liebe Eva,

    auch hier erlaube ich mir einfach, aus Deinem Kommentar einen Artikel zu machen, denn da wird er besser gefunden.

    Vielen Dank schon mal für Deine Geschichte – auch hier finde ich mich in vielen Punkten wieder – vor allem die Vielseitigkeit und das dadurch bedingte nicht entscheiden können. Dazu schreibe ich demnächst mal mehr, es gibt da ein tolles Buch wieso man sich eigentlich gar nicht entscheiden muss … auch wenn einem unsere Durchschnitt-Orientierte Gesellschaft gerne suggeriert 🙂

    LG Sabine

  • Eva

    Gerne Sabine, hast recht, aber dat darf ich wohl nicht.
    Find ich aber auch nicht so wichtig, wichtig ist es, dass die Aussagen gefunden werden.
    Ich bin schon sehr gespannt, welche unterschiedlichen Wirrungen zum Studium sich noch hier auftun. Bin immer total neugierig und wissbegierig. Liebäugel schon mit dem Psychologiestudium als Zusatz, wie es wohl so manche tun. Aber momentan muss ich erst mal sehen wie ich schon jetzt am besten mit meinem Wissen und Können und Engagement etwas Geld verdienen kann, damit ich mir auch in Zukunft das Studium leisten kann – auch wenn ich noch keine 30 bin, ist es nicht einfach ohne Berufserfahrung bzw. als Teilzeitstudetin, die kein BAföG bekommen kann.

    LG Eva

  • Sabine

    Liebe Eva,

    was meinst Du mit „das darfst Du wohl nicht“?

    Ja ich finde das auch spannend und ich finde es bewunderswert, wie Du das auf die Reihe bekommst!

    Lieben Gruß Sabine

  • Eva

    Ich meinte Artikel selbst verfassen und nicht nur Kommentar schreiben – oder habe ich etwas übersehen.
    Finde es nämlich etwas quirlig hier und muss mich erst einmal an die Seite und deren Struktur gewöhnen.

    LG Eva

  • Sabine

    Hallo Eva,

    doch 🙂 jedes registrierte Mitglied kann Artikel schreiben. Wenn Du Dich anmeldest landest Du im Dashboard (wenn nicht kannst du auf der Seite relativ weit oben in der Sidebar Deinen Namen anklicken, führt auch ins Dashboard). Dort kannst Du Deine persönlichen Daten ändern und auch Artikel schreiben und Deine Artikel bearbeiten 🙂

    Wenn Du Fragen hast, nur zu 😉

    Schönen Tag und LG Sabine

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